Unsere Geschichte

Die Kinderheimat Neuhaus im Solling ist als Notunterkunft für Kinder entstanden, die als Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten ohne Eltern 1948/49 in den Landkreis Holzminden kamen. Zu diesem Zweck konnten vom Deutschen Roten Kreuz durch die Initiative von Frau Antonie Jeep von der britischen Besatzungsdienststelle einige in Neuhaus leerstehende Rundbaracken erworben und entsprechend eingerichtet werden.

In den Verhältnissen der unmittelbaren Nachkriegsjahre für eine solche Aktion die erforderlichen Mittel und Leistungen aufzubringen, war nur mit privater, großzügiger, uneigennütziger Hilfsbereitschaft einiger Mitbürger möglich. Diese sind an der Seite von Antonie Jeep die Gründer des zunächst sogenannten „DRK-Kinderdorf“ in Neuhaus im Solling, an dessen Einrichtung Frauen und Männer des Roten Kreuzes mitgewirkt haben.

Die Hütten füllten sich mit Leben, als am 1. Februar 1949 die ersten neun Flüchtlingskinder einzogen, denen bald weitere dreiunddreißig folgten.

Das DRK-Kinderdorf zu Beginn der 1950er Jahre.
Gemeinsame Mahlzeit.

Schon bald wurde erkennbar, dass es sich bei den ursprünglichen „Not-Aufnahmen“ in Neuhaus um mehr als eine nur vorübergehende Aufgabe handeln würde. Nunmehr musste die rechtliche und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Einrichtung gesichert werden. So erhielten sie, juristisch beraten und vertreten durch den Holzmindener Bürgermeister Albert Jeep, im Jahr 1952 durch Beschluss der Landesregierung unter dem Namen „Kinderheimat Neuhaus im Solling“ die Rechtsform einer selbständigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Deren Zweck haben die als Stifter handelnden Gründer darin bestimmt, „in den durch Spenden errichteten und sonst noch zu errichtenden Gebäude Personen, vornehmlich jedoch Kinder bis zum Alter von 16 Jahren, die hilfsbedürftig sind, zur Pflege aufzunehmen.“

Der erste Vorsitzende der Stiftung wurde Otto Sasse bis 1960, seine Stellvertreterin Frau Antonie Jeep, die ihm von 1960 bis 1970 in den Vorsitz folgte. Nach ihr hatten die Herren Rudolf Jeep bis 1995 und Peter Poppinga bis 2010 den Vorsitz inne. Aktuell führt Frau Hiltrud Manegold den Vorsitz.